Yoga lernen · 01
Mein Weg durch die Yogalehrerausbildung
Vor 14 Tagen war es so weit. Mein erster Tag in der Yogalehrerausbildung.
In der Nacht davor habe ich kaum geschlafen. Ich war unglaublich nervös, gleichzeitig neugierig auf die Menschen, mit denen ich die nächsten vier Jahre verbringen werde, und voller Vorfreude auf das, was vor mir liegt.
Und jetzt sitze ich hier und beginne diesen Blog.
Ich möchte in den kommenden Jahren über meine Ausbildung schreiben. Über das, was ich lerne und erlebe, über meine Gedanken und meine Fragen. Sicher auch über Dinge, die mich überraschen, begeistern oder an meine Grenzen bringen werden.
Aus Fragen wurde eine Entscheidung
Yoga begleitet mich schon länger. Und je länger ich mich damit beschäftigt habe, desto mehr Fragen sind entstanden.
Was bewirken die einzelnen Übungen in unserem Körper? Welche Bedeutung hat die Atmung? Was steckt hinter all dem, was wir im Yoga praktizieren?
Gerade die Atmung ist für mich zu einem wichtigen Thema geworden. Ich habe selbst erfahren, wie unglaublich wichtig die richtige Atmung ist.
Irgendwann wollte ich nicht mehr nur wissen, dass etwas wirkt. Ich wollte verstehen, warum es so ist.
Das entspricht wahrscheinlich einfach meinem Wesen. Wenn mich etwas interessiert, möchte ich es genauer betrachten und Zusammenhänge verstehen. Beim Yoga interessieren mich dabei nicht nur die körperlichen Aspekte. Gerade die Hintergründe und die Philosophie des Yoga faszinieren mich.
Je mehr Fragen entstanden, desto deutlicher wurde mir: Ich möchte tiefer eintauchen.
Yoga war für mich mehr als Bewegung
Yoga war für mich in schwierigen Zeiten ein Anker, ein Helfer und auch ein Stück weit mein Seelenheil.
Während meiner Yogapraxis waren meine Gedanken auf mich gerichtet. Für diese Zeit durfte anderes in den Hintergrund treten. Ich habe mir eine Auszeit für mich gegönnt und hatte das Gefühl, damit meinem Körper und meinem Geist etwas Gutes zu tun.
Vielleicht ist auch daraus irgendwann der Wunsch entstanden, noch mehr über Yoga erfahren zu wollen.
Trotzdem war die Entscheidung für eine vierjährige Yogalehrerausbildung nicht selbstverständlich.
Mit 58 noch einmal vier Jahre Ausbildung?
Ich bin 58 Jahre alt.
Natürlich habe ich darüber nachgedacht, ob ich in diesem Alter tatsächlich noch einmal eine vierjährige und intensive Ausbildung beginnen möchte.
Soll ich das wirklich noch machen?
Meine Antwort darauf wurde irgendwann erstaunlich klar:
Ja.
Der wichtigste Grund dafür hat zunächst überhaupt nichts damit zu tun, später Yogakurse zu geben oder anderen Menschen etwas beizubringen.
Ich mache diese Ausbildung in erster Linie für mich.
Ich wollte etwas beginnen, von dem im ersten Schritt niemand anderes profitieren muss. Etwas, das ich nicht für irgendeinen Zweck mache, sondern weil ich es möchte.
Weil ich neugierig bin. Weil ich lernen und verstehen möchte. Und weil ich weiß, dass mir diese Zeit unendlich guttun wird.
Ich tue das für mich. Und das bin ich mir wert.
Und dann ging es tatsächlich los
Vor 14 Tagen begann die Ausbildung.
Was mir vom ersten Tag besonders geblieben ist, ist die Stimmung in unserer Gruppe. Wir sind 25 Menschen mit unterschiedlichen Geschichten, aber wir haben für die kommenden Jahre ein gemeinsames Ziel.
Das setzt eine unglaubliche Energie frei.
Ich freue mich auf das gemeinsame Lernen mit meinen 24 Mitstudierenden, auf neue Erkenntnisse, neue Erfahrungen und auf ganz viel geballtes Wissen.
Natürlich werden diese vier Jahre auch Herausforderungen mit sich bringen. Welche das sein werden, weiß ich heute noch nicht.
Aber mein Ziel habe ich klar vor Augen.
Irgendwann möchte ich das Wissen und die Erfahrungen, die ich in diesen Jahren sammeln werde, mit anderen Menschen teilen und etwas von meiner Begeisterung für Yoga weitergeben.
Bis dahin darf ich erst einmal selbst lernen.
Was ich mitnehme?
Vielleicht muss man nicht immer fragen, ob es sich „noch lohnt“, etwas Neues anzufangen.
Vielleicht darf die Frage manchmal einfach lauten:
Möchte ich das für mich?
Meine Antwort darauf war: Ja.
Wenn ich diesen Beitrag nach dem Ende meiner Ausbildung noch einmal lese, werde ich 62 Jahre alt sein.
Ich bin gespannt, wie ich dann auf meine Entscheidung zurückblicken werde.
Ich hoffe, ich kann dann sagen:
„Beste Entscheidung, die ich getroffen habe.“

